Im durchgrünten Wohnquartier oberhalb des Zürichsees liegt ein viergeschossiges Arbeiterhaus aus den 30er-Jahren. Der einfache Umbau interpretiert den Bestand – ursprünglich je Geschoss mit drei Kammern, einem Nassbereich und wenig Bezug zum umliegenden Aussenraum ausgestattet – als funktionales und offenes Zuhause für eine vierköpfige Familie. Während die Aussenwände konsequent von allen technischen Aufgaben freigespielt werden, erschliesst ein neues Rückgrat in der Gebäudemitte die Geschosse mit allen technischen Grundinstallationen und zoniert die Räume mit Einbauten und Möbeln aller Art. Durch das blosse Entfernen von Bauteilen (wie bspw. den maroden Decken bei den alten Nassbereichen) und Öffnen bestehender Wände, entstehen Verbindungen über die Geschosse und eine eigene Raumabfolge pro Geschoss.
Der bewusste Gegensatz von nackten, weissen Aussenwänden und komplexer, technisch und haptisch anspruchsvoller Gebäudemitte schafft Spannung und Grosszügigkeit. So können die früheren Raumkammern im Erdgeschoss lateral, entlang der Aussenwänden verbunden und das Haus in seiner Grösse erfasst werden. Im ersten Obergeschoss wird das ehemalige Badezimmer entfernt und die Struktur des Hauses freigelegt. Im Dachgeschoss bedient die neue Mitte den ganzen Raum und zoniert diesen in Arbeits- und Schlafbereiche der Eltern.
Direktauftrag
Bau der Woche, Swiss Architects
Publiziert u.a. in Hochparterre "2022-03", Werk Bauen + Wohnen "Tiefe, 2022-03"
Architektur: Stefan Wülser + Mona Fögler + Ileana Crim
Bauingenieur: Schnetzer Puskas
Bauphysik: Raumanzug