Die ehemalige Landwirtschaftsparzelle am früheren Siedlungsrand von Tagelswangen wird zur suffizienten Siedlung mit flexiblen und anpassbaren Wohnungen für unterschiedliche Lebensvorstellungen entwickelt. Sowohl das denkmalgeschützte Bauernhaus wie auch der ergänzende Neubau kombinieren Maisonetten und Geschosswohnungen und übersetzen die spezifischen Qualitäten der jeweiligen Struktur und Lage in qualitativen Lebensraum.
Ortsbaulich markiert die leicht geneigte Freifläche den Übergang von Kernzone zum flächigen Siedlungsgewebe der vergangenen fünfzig Jahre. Hier fügt sich ein in zwei Richtungen terrassiertes Wohnhaus in hybrider Bauweise zum historischen Vielzweckbauernhaus. Beide Häuser stehen mit einer Ecke dicht am Alten Kirchweg und sind so ausgerichtet, dass sie die zoneneigene Logik beider Seiten widerspiegeln.
Der Neubau verzichtet weitestgehend auf Unterkellerung, bietet Parkierungslösungen die mit voranschreitender Mobilitätswende als Gartenlauben interpretiert werden können und spielt dank knapp geschnittener, nutzungsneutraler Individualzimmer eine grosszügige zentrale Wohnhalle frei. Das Bauernhaus erweitert die historische Schottenbauweise um zwei neue Schichten und erschliesst alle Wohnungen direkt vom zentralen, gemeinschaftlichen Hof.
Privates Planerwahlverfahren 1. Preis
Architektur: Stefan Wülser + Oliver Wyss + Margarida Leāo + Mona Fögler
Ausführung in engem Austausch mit der Denkmalpflege der Gemeinde Lindau (Tagelswangen)
Landschaft: Plan W + Anna Mühlebach
Holzbauingenieur: Holzprojekt
Bauingenieur: Seforb
Bauphysik: Raumanzug
Haustechnik: Heft Hess Martignoni
Baumanagement: B3