28 Ausgrabungsstätte Bastion St.Antoine Genf wettbewerb

Der Entwurf eines Bauwerkes zur Sicherung der Ausgrabungsstätte und die Neugestaltung der Bastion Saint-Antoine führen zur Frage, wie sich die Geschichte eines Ortes in seinem Alltag manifestieren kann. Entsprechend stellen wir die Frage nach den Potentialen des Zusammenkommens des öffentlichen Raumes und der Ausgrabungsstätte ins Zentrum unserer Arbeit.

Zwischen dem Musée d’Art et d’histoire und der Altstadt gelegen, ist die Esplanade ein wichtiger öffentlicher Raum, welchen wir nicht durch das Aufsetzen eines Hauses in Frage stellen wollen. Die Geschichte des Ortes ist geprägt von unterschiedlichen Nutzungen. Von der „Eglise Funeraire“ über die militärischen Befestigung, zur heute öffentlichen Esplanade, kann die iterative Neuinterpretation, eine stete Erosion und ein Überbauen und Überzeichnen des Bestehenden, als gestalterisches Prinzip des Ortes erkannt werden. Um hier der Ausgrabungsstätte und somit der Geschichte eine adäquate Präsenz zu verleihen, möchten wir ihre Spuren mit dem öffentlichen Leben vermählen und zum Teil der heutigen Nutzung machen. Die Ausgrabungsstätte wird zum Hybrid aus Gebäude und Plattform - in ihrer äusseren Erscheinung mehr Denkmal als Haus.

Die Struktur des Daches ist so konzipiert, dass nur punktuelle Vertikallasten auf den Boden kommen und es zu keinen nennenswerten Belastungen der Fundstücke führt. Die vorfabrizierten Betonstützen tragen vor Ort betonierte scheibenartige Träger, welche maximal 16m überspannend und auf welchen eine feine Sekundärstruktur aus Metallträgern liegt. Diese führt zu maximalen Spannweiten von 3.80m für die darüberliegende, dünne Betondecke. Ein einfacher Bodenaufbau mit Wärmedämmung, Drainageschicht und Betonplatten vervollständigt den Aufbau. An den Randträgern hängen die vorfabrizierten Treppenelemente. Diese minimale Auskragung kann ist mit der vorgeschlagenen statischen Höhe von 1.80m einfach realisierbar und ermöglich es, das Bauwerk komplett von den historischen Bastionsmauern losgelöst zu erstellen.

Gemeinsam mit Nicolaj Bechtel, 2016
Mitarbeit. Rogier Bos, Margarida Leao, Daniel Klinger
Bauingenieur: Merz Kley Partner