36 Wettbewerb Ersatzneubau Siedlung Hardau II Zürich wettbewerb

Der zwischen Badener- und Eichbühlstrasse liegende Stadtstreifen, zeichnet sich durch das Nebeneinander der verschiedensten Typen und Massstäbe aus. Die heterogene Struktur beinhaltet neben den dominanten Hardau Hochhäusern, eine Schule, ein Busdepot, zwei Kirchen, einen Park und vieles mehr. Das Gebiet mit dieser, sich klar von den umliegenden Blockrändern abgrenzenden Struktur, wird an seinem Ende und seitlich durch das Stadion Letzigrund, die Letzigraben Hochhäuser und der Kirche Hard definiert. Obwohl hier betreffend Körnung und Massstab vieles möglich scheint, teilen wir die Meinung der dem Wettbewerb vorausgehenden Studien, dass der Bauplatz an der Hardstrasse sich nicht für ein Hochhaus im Sinne eines „fünften Hardau-Turmes“ eignet. Zu stark und räumlich zu prägend ist das bestehende Ensemble. Wir sehen in der Zugehörigkeit zur Hochhauszone trotzdem das enorme Potential dem Ersatzneubau eine differenziert austarierte Grösse zu geben und das Verhältnis der umliegenden Bebauung zum Park zu stärken.

Sowohl die innere Dichte des Projektes wie auch die Erlebnisdichte des Aussenraumes werden als Qualitäten verstanden und als zentralen Themen des Entwurfs entwickelt. Durch die Komprimierung vieler Wohnungen, Ateliers und zumietbarer Zimmer auf einen Baukörper, werden grosszügige, gemeinschaftliche Räume sowie spannende Wohnungstypen möglich. Die Halle vermag auf zwei Geschossen alle halböffentlichen und öffentlichen Nutzungen zu erschliessen. Dieser Brennpunkt der kumulierten Nutzungen regt zur aktiven Aneignung an und vermeidet es gleichzeitig, durch seine Vielfalt und Grösse, den Benutzer einzuschränken.

Die Halle ist urbaner Attraktor, Filter und Puffer. Aus der Nachbarschaft zum grossmassstäblichen Freiraum des Hardau-Parkes entstehen spannende Wechselwirkungen: Das Projekt erlaubt es sich, mit voller Wucht an den Park zu rücken - im Gegenzug bekommt der Parkraum durch ein Erstes, ihm offen zugewandtes Gebäude neue Raumqualitäten. Als Filter zoniert er den Aussenraum in Park und nordseitigen Hofraum. Als Puffer fängt der vielfältige Raum den Nutzungsdruck der Verdichtung ab und beruhigt den Hofraum. Dieser wird mit unterschiedlichen Nutzungsgruppen weiter unterteilt und bricht die grossen, fliessenden Räume bis auf den Massstab eines klar definierten Grillplatzes oder Pflanzgartens herunter. Ein dichter Hain aus einheimischen Bäumen und Sträuchern sowie eine grosszügige Wiese mit Abendsonne werden durch den ungewohnt grossmassstäblichen Raum der Siedlung möglich. Der Kindergarten wird als Pavillon im Hof platziert und bildet dessen nördlichen Abschluss.

Gemeinsam mit Nicolaj Bechtel, 2018 -
Mitarbeit: Rogier Bos, Margarida Leao