84 Sporthalle Ostermundigen Wettbewerb

Die neue Sporthalle soll den Kopf des Sport-Clusters an der Forelstrasse bilden. Sie nimmt die Massstäblichkeit der benachbarten Industriebauten und des Werkhofs auf, bildet einen neuen aussenräumlichen Abschluss zur östlich angrenzenden Landwirtschaftszone und soll als Leuchtturmprojekt für die Klimaziele des Kantons konzipiert werden. Das reduzierte Raumprogramm und die Versorgung mit erneuerbarer Energie schaffen eine gute Ausgangslage, ein auf mehreren Ebenen nachhaltiges Projekt zu entwickeln. Neben den hohen Anforderungen an Ökologie und Ökonomie sind die Minimierung der beheizten Baumasse, eine hohe Flexibilität für spätere Anpassungen und die Realisierung ohne Untergeschoss von grosser Wichtigkeit. So kann der initiale Bedarf an Ressourcenreduziert und der langfristige Betrieb energie- und kosteneffizient gestaltet werden.

Die Primärstruktur besteht aus, als Zangenkonstruktion ausgeführten, Durchlaufträgern über drei Feldern. Die Felder weisen ideale Proportionen zum Ausgleich der Biegemoment auf. Die Lasten der beiden Nebenraumschichten werden aufgehängt und wirken als «Gegengewichte» der Durchbiegung des Hauptfeldes entgegen. So kann der Material-verbrauch auf 66% derjenigen eines Einfeldträgers reduziert werden. Die Gebäudehöhe reduziert sich dabei um 45cm woraus eine Ersparnis des zu beheizenden Raumvolumens von 850m3 resultiert. Ausgesteift wird die Halle über die Brandmauer zur Kletterhalle und mit einfachen Windverbänden im Bereich der beiden vertikalen Fluchttreppenhäuser.

Die Halle öffnet sich auf der Eingangsseite zur Forelstrasse. Hier kommt über eine grosse Verglasung viel Licht durch das Foyer in die Halle. Das additive, leichte und transluzente Segel übernimmt dabei mehrere Funktionen: Es zeichnet als Vordach den Eingang aus, verhindert ungewollte Blendwirkungen im Sportbetrieb und schützt als passiver Sonnenschutz die Halle im Sommer vor Überhitzung. Neben dieser grossen, strukturellen Öffnung, wird die Halle nur lokal geöffnet. Licht kommt diffus und über drei Bänder hinein: Die Parkplatzschicht, der «Technik-Balkon» sowie ein grosses Oberlichtband zonieren den Schnitt und akzentuieren die konstruktiv interessanten Stellen der Struktur. Sie tragen zum ehrlichen Ausdruck des Hauses bei und thematisieren auch im Ausdruck ein Bewusstsein für den gezielten und sorgsamen Umgang mit Ressourcen. Es bedient sich rohen und technischen Baumaterialien und eignet sich diese durch den verspielten und präzisen Einsatz an.

 

Wettbewerb

Architektur: Stefan Wülser + Moritz Wahl
Bauingenieur: Thomas Kohlhammer

 
(schliessen)
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