In Triemli ist jedes Stück Boden gleichzeitig das Dach von etwas anderem: Dachfenster, Lüftungsschächte, Böschungen, Parkplatzeinfahrten.
Die Landschaft rund um die Krankenhausgebäude und die drei Türme vermittelt ein eigentümlich zweideutiges Gefühl. Trotz seines modernistischen Anspruchs, ein großzügiger Park zu sein, entpuppt sich der Raum zwischen den Gebäuden als eine ganz dünne, grüne Schicht, die einen monströsen Keller, einen versteckten Sockel bedeckt, der sich unter unseren Füssen ausbreitet und möglicherweise alle Gebäude auf dem Gelände miteinander verbindet. Wie Organe ohne Körper stellt jedoch keines dieser Gebäude eine echte Verbindung zur Umgebung her, wodurch ihnen jegliches Gefühl von Öffentlichkeit und Urbanität genommen wird.
Dieses Paradox könnte zum Projekt werden. Groundworks schlägt eine durchgehende Infrastruktur vor, die bestehende unter- und oberirdische Räume über das binäre Verständnis von Innen und Außen, von Stadt und Natur hinaus verbindet und aktiviert. Diese Infrastruktur enthüllt eine neue Art von Stadtlandschaft, die als kontinuierliche Abfolge von offenen und geschlossenen Räumen erlebt werden kann – ein spezifischer und heterogener Körper, der sich aus dem zusammensetzt, was bereits vorhanden war, einst in Einzelteilen ruhte und nun das Stadt Hotel wirklich mit der Stadt Zürich verbindet.
Wenn wir über die Zukunft der drei Türme nachdenken, sollten wir über sie hinausblicken. Die Verbindung dessen, was früher isoliert war, ist ein Vorgang, der sich auf den Raum zwischen Gebäuden und bestehenden Räumen konzentriert, einen Bereich, der von denen, die das architektonische Objekt fetischisieren, im Allgemeinen ignoriert wird. Doch dieser negative Raum bietet wahrscheinlich das grösste Potenzial, das städtische Krankenhaus und seine drei Türme in ein lebendiges Umfeld zu verwandeln, einen Ort der Konfrontation und Nicht-Kanonisierung, der eine Vielzahl von Aktivitäten und Begegnungen ermöglicht. Ein Ort, der für die Öffentlichkeit und für die Stadt zugänglich ist.
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1. Preis ex aequo
Spekulativer Ideenwettbewerb ZAS*
Architektur: Stefan Wülser + Bessere Winter + Grillo Vasiu