87 WOBA 2030 Wettbewerb, Aktuell

Das Projekt zur Innenverdichtung des Areals WOBA 1930 ist sowohl selbstbewusster Prototyp in der Tradition der modernen Gründersiedlungen als auch beziehungsreicher Stadtbaustein. Im Kontext von Hans Bernoulli’s Bebauungsplan werden bestehende Aussenraumqualitäten weitergesponnen, vorhandene Raumangebote zeitgemäss ergänzt und zwei Neubauten als zukunftsfähige, adaptive Strukturen entwickelt. Hervorgegangen aus einem mehrstufigen, kollektiven Workshopverfahren unter der Leitung der Stadtbasel und der Kantonalen Denkmalpflege, etabliert das Projekt eine neue ortsbauliche Klarheit im vielschichtigen Kontext. Der Massstabssprung zu den zweigeschossigen Musterhäusern und den viergeschossigen Stadthäusern des Nachbargrundstücks ist dabei nicht als Bruch mit dem Ort zu verstehen, sondern als konsequente Fortsetzung und Aktualisierung seines heterogenen Charakters.


Die Mustersiedlung von 1930 umfasst 13 Häuser, mit einheitlicher, für die damalige Zeit fortschrittlicher Konstruktionsweise und Ausstattung. Sie ist dem Mangel an günstigem und familientauglichem Wohnraum mit Systematisierung und dem Versprechen des „Neuen Wohnens“ begegnet. Zum hundertjährigen Jubiläum wird sie mit der Erweiterung „WOBA 2030” ergänzt. Während der Bestand die Fläche das Areals ausnutzt, sucht die Erweiterung konsequent die Vertikale. Das hohe Haus verhandelt äussere Einflüsse (wie die spezifische Lärmsituation und die Lichteinfallswinkel zur Nachbarschaft) und die innere Logik einer suffizienten, langfristig flexiblen Struktur. Auf zehn geschossen entstehen neue prototypische Wohnformen und ergänzende Angebote. Der öffentliche Kopf des Hauses dreht sich aus der Geometrie des Areals und wendet sich einladend der Stadt zu.

1. Preis ex aequo mit Kollektive Architekt
Kolaboratives Workshopverfahren mit: Stefan Wülser +, Kollektive Architekt, 8000.agency, Wallimann Reichen, Atelier Neume

Architektur: Stefan Wülser + Moritz Wahl + Clemens Krüger + Maria Gisler + Emanuel Bosonnet
+ Kollektive Architekt
Landschaft: Studio Céline Baumann + META Landschaftsarchitektur

 
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