Die Siedlung Klosterbrühl nimmt an der ortsbaulich sensiblen Lage zwischen grossmaßstäblichen, öffentlichen Bauten wie dem Stadion oder dem Tennisclub und dem durchgrünten Wohngebiet eine vermittelnde und identitätsstiftende Rolle ein. Die Gründersiedlung ist mit ihren feinteilig ausdifferenzierten Erschliessungen und qualitätsvollen Grünräumen nicht nur für die Genossenschafter*Innen, sondern für ganz Wettingen, ein seit Generationen prägender Ort. Die Nachverdichtung respektiert den Rhythmus der 12 Ost-West ausgerichteten Zeilenhäuser, fasst diese jedoch in sechs spezifischen Grossformen zusammen. So kann die Variabilität an Aussenräumen trotz Verdopplung der Wohnfläche gesichert werden. Während im Siedlungsinnern eine Sequenz von vier grossen Hofräumen zur Aneignung auffordert, suchen offenen Ankunftshöfe den Bezug zum Quartier.
Die Häuser nehmen das Thema der Aussenraumbezüge auf und schaffen eine konsequente Zweiseitigkeit. Jedes Treppenhaus und jede Wohnung öffnet sich zu mindestens zwei Hofräumen und stärkt das Siedlungsinterne Netz an Gartenräumen. Entlang der Häuser schafft ein dicht bepflanzter Grünkranz eine Schwelle zum privaten Raum. Diese wird von den halbeingezogenen, vertikalen Balkontürmen und dem subtilen Spiel der Fassadengliederung bespielt. Unter dem leicht auskragenden, weissen Vordach entwickelt sich eine zweifarbige Holzschalung mit einer gewebeartigen Gliederung. Alle Materialstärken werden offengelegt und der effektive Grösse der Baukörper, mit einer ephemer anmutenden Hülle begegnet.
Wettbewerb 1. Preis
Architektur: Stefan Wülser + Carolina Cerchiai + Maude Voutat + Moritz Wahl + Julian Grädel + Agnieszka Łatak
+ Galli Rudolf Architekten
(bis Vorprojekt + Nicolaj Bechtel)
Baumanagement: Konstrukt
Landschaft: Krebs & Herde
Holzbauingenieur: Indermühle
Bauingenieur: HKP Ingenieure
Bauphysik: Bakus